Bufdis opfern ihr wertvollstes Gut der Gesellschaft
„Am Anfang standen wir dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) eher kritisch gegenüber“, gibt Ute Kumpf, Bundestagsabgeordnete und Sprecherin der SPD-Arbeitsgruppe Bürgerschaftliches Engagement, bei einer Podiumsdiskussion zum Thema BFD 27+ mit unter anderem Markus Grübel (CDU), zu.
Ihre ursprüngliche Idee war es die bis dahin existierenden Freiwilligendienste mehr zu fördern und damit eine eventuelle unterschiedliche Behandlung von FSJlern und Bufdis in Einsatzstellen zu vermeiden. Mittlerweile kann sie aber ein durchaus positives Resümee ziehen: „Letztendlich ist alles gut gelaufen und wir sind mit dem jetzigen Modell und dem Start des BFD sehr zufrieden.“ Und das aus gutem Grund. Denn es sind im Moment bundesweit alle Bufdi-Stellen besetzt. Darüber hinaus stehen die Bewerber derzeit schon Schlange, um einen der begehrten BFD-Plätze zu ergattern.
Eine der Besonderheiten des Bundesfreiwilligendienstes ist die Tatsache, dass auch Männer und Frauen über 27 die Chance bekommen sich zu engagieren. In der Diakonie Württemberg gibt es aktuell 70 sogenannte Silberbufdis. „Es ist allerdings kein Muster in den Motiven zu erkennen. Wir haben hier Menschen mit den unterschiedlichsten Beweggründen: von der beruflichen Neuorientierung bis zur sinnvollen Freizeitgestaltung ist alles dabei“, so Klaus Pertschy von der Diakonie Württemberg. Der BFD 27+ verläuft Analog zum normalen Bundesfreiwilligendienst, außer, dass es für die älteren Freiwilligen möglich ist auch in Teilzeit zu arbeiten und sich die Seminarangebote selbst auszusuchen. Bei zwei dieser Seminartagen war es möglich sich mit den Bundestagsabgeordneten Ute Kumpf (SPD) und Markus Grübel (CDU) zu treffen, um sich mit ihnen über Fragen rund um ihren BFD zu unterhalten.
Ein Thema das sowohl den Politikern als auch den Freiwilligen sehr am Herzen liegt, ist die Gleichstellung des Bundesfreiwilligendienstes mit dem freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr. „Wieso wird für den BFD nicht so gezielt geworben wie für den freiwilligen Dienst an der Waffe bei der Bundeswehr?“, fragte Bernd Holzer, Bufdi im Freizeitteam der Behindertenhilfe Schöneck. Die Antwort von Markus Grübel: „Wieso sollten wir für den Bundesfreiwilligendienst werben? Das Geld was diese Werbung kosten würde, verwenden wir lieber, um weitere BFD-Stellen zu schaffen und nicht um Bewerber anzulocken, denen wir letztendlich absagen müssten.“
Schnell wurde auch klar, dass in Zukunft mehr zwischen der Vergangenheit: Zivi und der Gegenwart: Bufdi differenziert werden muss. „Viele Einrichtungen sehen den Bufdi zu sehr als Nachfolger des Zivis und besetzen die ehemaligen Zivi-Stellen heute mit Bufdis. Vergessen dabei aber, dass der Bufdi seinen Dienst nicht aus der Pflicht heraus, sondern aus freien Stücken antritt. Dementsprechend muss er auch behandelt werden“, setzt sich die stellvertretende Vorsitzende des Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagement für die Freiwilligen ein.
Zum Abschluss bedankte sich der Vorsitzende dieses Unterausschusses Grübel sogar noch bei allen anwesenden Freiwilligen: „Ich bedanke mich für ihr Engagement und dafür, dass sie Bufdi geworden sind und damit das Wertvollste opfern, was wir Menschen haben, nämlich Zeit.“
Botschaftertraining der Diakonie Württemberg 2012
Das Botschaftertraining der Diakonie Württemberg 2012 fand dieses Jahr in Schorndorf statt. Harry Staiger übernahm zusammen mit Dorothee Stauß und Chiara Schlenz die Leitung. Ziel des Trainings war es die Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf ihre Arbeit als Botschafter vorzubereiten. Die besteht im wesentlichen darin an Schulen, auf Messen oder auf Berufsinformationsmärkten etwas über das Freiwillige Soziale Jahr, das Freiwillige Ökologische Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst zu erzählen und andere dafür zu begeistern. Schwerpunkt der Tage war das Präsentationstraining. Zuerst mussten die Teilnehmer ihre Stärken und Schwächen aufschreiben und ausarbeiten, was für Präsentationsmöglichkeiten- und Techniken ihnen gut liegen und zur Verfügung stehen. Danach teilten sich die Botschafter in Kleingruppen auf und jeder einzelne bekam Zeit eine Kurzpräsentation zu erstellen. Anschließend wurden Videoaufnahmen von diesen Vorträgen gemacht und ausgewertet, so dass die Freiwilligen jetzt gut auf ihre Tätigkeit als Botschafter vorbereitet sind.
Best Bufdi Movie
„Armdrücken statt Bankdrücken“ heißt der beste Bufdi-Film. Er ist einer von vier Filmen über den Bundesfreiwilligendienst, die Studenten aus Tübingen für www.facebook.com/ranansleben.diakonie gedreht haben. Mit insgesamt 294 Stimmen habe unsere Facebookfans „Armdrücken statt Bankdrücken“ zum Best Bufdi Movie gewählt.
Alle vier Viralfilme sind auf Facebook und Youtube zu sehen. Viel Spaß beim Anschauen!





