Damaris aus Nairobi: Etwas ganz Neues kennenlernen
Damaris King’ori ist 25 und kommt aus Nairobi in Kenia. Während ihres FSJs in Deutschland hat sie zwölf Monate lang in einer integrativen Wohngruppe der BruderhausDiakonie in Reutlingen mitgearbeitet. „Am Anfang meines FSJs hatte ich etwas Angst vor der Arbeit mit behinderten Menschen. Für mich war das etwas ganz Neues“, erzählt Damaris. Doch dann hat sie sich in der Wohngruppe schnell sehr wohl gefühlt. In der Einrichtung der Bruderhausdiakonie leben Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam in einer Wohngemeinschaft. Damaris half den Menschen mit Behinderung bei alltäglichen Aufgaben wie waschen und ankleiden, kochen und Wäsche waschen. Außerdem begleitete sie die Bewohner auf Ausflügen oder ging mit ihnen ins Kino und ins Schwimmbad.
„Ich bin traurig, dass ich nicht länger bleiben kann. Ich habe sehr viel gelernt, zum Beispiel, wie man einen Menschen betreut, der epileptische Anfälle bekommen kann. Und wir verstehen uns alle sehr gut. Ich fühle mich hier wie in einer Familie“, sagt Damaris. Aber sie freut sich auch sehr auf Kenia, auf ihre Eltern und ihre vier Geschwister. Sie hat ihre Familie seit zwei Jahren nicht mehr gesehen und wird sie jetzt für einige Wochen besuchen gehen.
In Deutschland sei vieles anders als in Kenia. Nicht nur der Schnee, den sie in Nairobi immer nur aus der Ferne auf den Berggipfeln gesehen hatte. Damaris ist bewusst geworden, dass es in Kenia nur sehr wenige soziale Einrichtungen gibt. „Altersheime gibt es fast gar keine, weil die älteren Menschen in den Familien leben. Menschen mit Behinderung werden nicht so gut unterstützt wie in Deutschland. Ich hoffe sehr, dass sich das verbessern wird, dass wir da dazulernen“, sagt sie.
Etwas ganz besonderes für Damaris waren auch die vielen Reisen mit den anderen Freiwilligen. „FSJ ist super, weil man ein Visum hat. Man kann überall in Europa hinreisen. Ich war nicht nur in Berlin, sondern auch in Portugal und Italien“, erzählt sie. Während ihres FSJs hat sie viele Kontakte geknüpft. Nicht nur mit den anderen Freiwilligen, sondern auch in Reutlingen. „Ich habe viele Freunde aus allen Ländern. Eigentlich ist es ganz egal, wo man lebt. Das Wichtigste ist, dass man Freunde findet“, so Damaris. Dann könne man überall glücklich sein.
Damaris wird nun ihr FSJ um ein halbes Jahr verlängern und in einem Altenpflegeheim arbeiten. „Wenn ich die Möglichkeit habe, möchte ich meine Erfahrungen gerne zuhause in Kenia einsetzen und zeigen, was ich hier gelernt habe“, ergänzt sie.
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